Bevor wir ans Eingemachte gehen – was es hier nicht über Social Media Marketing  zu lesen geben wird:

  • dass man authentisch sein sollte. Warum? Weil selbstverständlich
  • dass Content King ist. Warum? Ebenfalls selbstverständlich
  • dass man die Inhalte an die Zielgruppe ausrichten sollte. Ja was denn sonst?

Wir gehen heute mal weg von den ganzen Social Media Marketing Themen, die schon dutzende Male im Netz durchgekaut wurden. Dafür könnt ihr gerne Google bemühen. Da braucht es keinen weiteren Artikel drüber.

Der Punkt ist – Social Media und die dazu gehörigen Netzwerke sind mittlerweile schon zu etabliert und „normal“ geworden, als dass man mit Selbstverständlichkeiten noch besondere Erfolge erzielen könnte. Wer die Basics drauf hat, ist vielleicht im Rennen, aber das ist leider kein Garant mehr dafür, einen guten Start hinzulegen, geschweige denn, im Ziel zu landen.

Und trotzdem gibt es sie. Die Erfolgsgeschichten. Die, die noch richtig was reißen in den sozialen Netzwerken. Die, die den Ton angeben und die, über die man eben spricht. Best Practice Beispiele soll es an anderer Stelle einmal geben, wir wollen heute mal 3 Grundregeln mit Euch teilen, die für gutes Social Media Marketing stehen.

Regel Nummer 1: Keine Angst vor relevanten Konversationen

Es gibt da so ein schönes englisches Zitat

Be brave enough to start a conversation that matters

Die sozialen Netzwerke sind ein Spiegel der Gesellschaft. Und in einer Gesellschaft gibt es immer Themen, die gerade heiß diskutiert werden. Besonders auf Social Media. Sei es die Frauenquote, Nachhaltigkeit, soziale Ungleichheit, Kinderarmut. Wir wissen, den Geschäftsführern treibt das dicke Schweißperlen ins Gesicht.

Denn viel zu oft ist die Devise, bloss nicht reagieren. Bloss keine kontroversen Themen auf den Tisch packen. Die schmerzhafte Wahrheit ist aber – das sind nunmal die Themen, über die die Menschen sich unterhalten, über die sie (meistens) eine konkrete Meinungen haben, mit der sie sich stark identifizieren.

Und da wir wissen, dass man im Social Web keine Firma ist, sondern eine Marke, wissen wir eigentlich insgeheim auch, was zu tun ist. Teil der Konversation sein.

Regel Nummer 2: Das Community Management muss überragend sein

Eigentlich mögen wir hier bei den echohelden das Wort Community Management nicht. Denn wie bitte soll man eine Community managen? Wir managen ja auch nicht unsere Freunde oder unsere Mutter.

Aber leider wird diese Disziplin nur all zu häufig genau so abgefertigt, wie sie flapsig formuliert ist. Da werden Textbausteine formuliert, jede zweite Firmenreaktion muss durch die Presseabteilung – oder noch schlimmer, es kommt gar keine Antwort.

Da sitzt jemand (vermutlich zu Hause in seinem ganz privaten Umfeld) und schreibt einen Kommentar oder stellt eine Frage. Er oder sie hat sich also in irgend einer Weise mit dem Unternehmen beschäftigt. Erkennt doch bitte, was das für ein unsagbarer Wert ist.

Jetzt kommt leider doch eine Floskel, die man schon in 100 anderen Artikeln gelesen hat. Aber es sei uns gestattet, weil es viel zu wichtig ist und immer noch viel zu selten verstanden wird. Bei Social Media geht es um Beziehungen. Das „Social“ steht da nicht umsonst. Und was passiert, wenn man das nicht versteht, sieht man daran, was gerade mit dem Einzelhandel passiert.

Die wenigsten Produkte haben ein Alleinstellungsmerkmal. Schon gar nicht im Internet. Da ist eh alles immer höher, schneller, besser. Abgesehen davon, dass wir es heute mit mehr oder weniger mündigen Verbrauchern zu tun haben, glaubt ja nun wirklich niemand mehr, dass der neue Rasierer noch besser rasiert als die 30 anderen Modelle, die ja schon auf dem Markt sind.

Wer seine (potentiellen) Kunden ignoriert, ist selbst schuld. Es gibt genug Unternehmen, die es besser machen. Und wenn genau das den Unterschied zwischen Kauf und Nicht-Kauf ausmacht, tja, dann sieht es bald traurig aus in den Kommentarfeldern der Unternehmen.

Regel Nummer 3: Social Media ist mehr als schöne Bildchen

Es stimmt. Der visuelle Anspruch in den sozialen Netzwerken ist hoch. Einfach aus der Tatsache heraus, dass der Bereich sich professionalisiert hat. Außerdem gibt es einen riesigen Überfluss an Inhalten. Da muss man dem User schon was bieten.

Aber, und das ist etwas, was Euch vielleicht nicht viele Agenturen sagen werden, am Ende geht es um Resultate, nicht um schöne Oh’s und Ah’s. Social Media ist ein ernstzunehmendes Marketing Tool geworden und das sicher nicht, weil man dort schöne Bildchen oder tiefsinnige Zitate posten kann.

Es geht um knallharte Ziele. Um KPIs. Um messbare Erfolge. Und selbst, wenn ein Unternehmen nicht vor hat, über Social Produkte zu verkaufen. Es darf nicht sein, dass ein Account ins Leben gerufen wird, „weil man das halt heute so macht„.

Das Thema muss verstanden werden. Zu aller erst einmal von denen, die im Unternehmen ganz oben sitzen. Und wenn man nicht das Glück oder die Ressourcen hat, einen Experten im Team zu haben (was auch schwer zu beurteilen ist, wenn man keine Ahnung von der Materie hat), dann sucht man sich einen Sparings Partner. In Form eines Beraters oder einer Agentur.

Und dann heißt es Hausaufgaben machen. Warum wollen wir Social Media machen? Wie wollen wir es machen und welche Ziele wollen wir damit erreichen. Wofür stehen wir? Mit wem sprechen wir? Eine Vorgehensweise, die in jeder anderen Marketingdisziplin akribischst angegangen wird, nur im Social Media Bereich irgendwie dann doch nicht.

Dabei ist gutes Social Media Marketing technisch gesehen überhaupt keine große Herausforderung. Im Gegenteil. Und was passiert erst, wenn auch endlich der letzte Depp kapiert hat, das niemand sich mehr Fernsehwerbung anschaut? Was passiert dann wohl mit dem Budget? Genau, es wird in den Markt gespült und landet mit Sicherheit zu einem großen Teil im digitalen Marketing. Und dann wird es dort noch ein bisschen voller (und teurer) als es jetzt schon ist. Und dann ist es umso wichtiger zu verstehen, wie gutes Social Media Marketing funktioniert. Die Grundregeln kennt ihr ja jetzt 😉